AfD Wahlkampfveranstaltung in Kassel

Am Samstag, den 20. Februar, führte die „Alternative für Deutschland – Kassel Stadt“ eine Kundgebung auf der nördlichen Seite des Königsplatzes durch. Die Kundgebung fand von 15.00 bis circa 17.00 Uhr statt und ist Teil des Wahlkampfes zur Kasseler Kommunalwahl. Die Veranstaltung wurde mit einem großen Polizeiaufgebot und Gittern gesichert.

Gesprochen haben verschiedene Vertreter der AfD, so Manfred Mattis (AfD Kassel Stadt), Michael Werl (Neonazi, Burschenschafter und Vorsitzender der JA Hochschulgruppe Kassel) und der Kasseler Spitzenkandidat für die Kommunalwahl Dieter Gratzer, aber auch die überregionalen AfD-Sprecher Albrecht Glaser (AfD Hessen) und Bernd Venjakob (AfD Westfalen-Lippe). Unter den etwa 140 Teilnehmenden der Kundgebung befanden sich auch viele ältere Personen.

Unter ihnen war auch der bekannte NPDler, Marcel Weifenbach, der zuletzt wegen seiner stetigen Teilnahme (oftmals auch in Funktion als Ordner) an den montäglichen Kagida-Kundgebungen aufgefallen ist und darüber hinaus an überregionalen Neonaziveranstaltungen teilnahm. An diesem Samstag übernahm er die Funktion eines Ordners auf der AfD-Veranstaltung. Auch außerhalb der Kundgebung und zeitweise in den Reihen der Gegenkundgebung hielt sich eine Gruppe Neonazis auf, die dem Hooliganspektrum des Kasseler Sportvereins (KSV) zuzuordnen ist. Darunter Martin Müller, der Kontakte ins Blood&Honour Milieu unterhält und der Kasseler Marcel Hewig, bei dem im November letzten Jahres eine Rechtsrockparty stattfand. Letzterer ist 2014 mit einer Kassler Reisegruppe zu den Hogesa Demonstrationen nach Hannover gefahren (wir berichteten).

WeifenbachMarcel Weifenbach mit Ordnerbinde auf der AfD Kundgebung | Marcel Weifenbach am Transparent der neonazistischen Partei „Die Rechte“ am 29.08.2015 in Goslar

Nazis

von rechts: Marcel Hewig und Martin Müller

Das Kasseler Bündnis gegen Rechts hatte im Vorfeld zu einer Gegenkundgebung aufgerufen, diesem Aufruf sind circa 300 Menschen gefolgt. Die Veranstaltung wurde auf der südlichen Seite des Königsplatzes genehmigt, erfreulicherweise setzten sich die Gegendemonstrant*innen jedoch mit dem Start der AfD-Kundgebung in Bewegung, sodass der Protest direkt bis an die Gitter getragen werden konnte. Dadurch gelang es, die rechte Kundgebung weitgehend zu übertönen.

Das nordhessische Provinzblatt HNA hatte im Vorhinein sowohl die Veranstaltung der AfD beworben, als auch ein unkritisches Interview mit dem dem Kasseler Spitzenkandidaten der AfD abgedruckt. Im Bericht über die heutige Kundgebungen wurden Äußerungen der Sprecher ohne Kommentar veröffentlicht.

Zusammenfassend hat der Tag deutlich gemacht, dass die AfD auch in Kassel ein Mobiliserungspotential bis ins extrem rechte Spektrum aufweisen kann. Die Liaison zwischen Neonazis und konservativem bis rechtem Bürgertum, welche zuletzt zu Beginn von Kagida bzw Pegida Kassel in größerem Maßstab vollzogen werden konnte, hat mit der heutigen Veranstaltung neuen Aufwind bekommen. Ein entschlossenes Vorgehen gegen die AfD und ihre reaktionären AnhängerInnen wird somit umso wichtiger.

Übersicht

AfD Kassel bei der Kommunalwahl

Am 6. März ist in Kassel Kommunalwahl und erstmals tritt auch die “Alternative für Deutschland” (AfD) an. Bedenkt man, dass die AfD Kassel-Stadt seit ihrer Gründung dem Parteiflügel rechtsaußen nahe steht, verwundert es nicht, dass mit Michael Werl einer der Spitzenkandidaten gleichzeitig Burschenschafter der Germania Kassel ist.

Viele von euch werden sich noch daran erinnern, dass die Kasseler AfD keine Bedenken hatte, monatelang gemeinsam mit Neonazis, rechtsradikalen Hooligans, VerschwörungstheoretikerInnen und anderen RassistInnen die KAGIDA-Kundgebungen zu besuchen; ja ihr Sprecher Manfred Mattis sogar regelmäßig als Redner dort auftrat.

Aus gegebenem Anlass haben wir hier nochmal ein paar unserer etwas älteren Hintergrundtexte zusammengestellt.

Anlässlich der Gründung der AfD haben wir bereits im Jahr 2013 ein Papier über die inhaltliche Konstitution einer rechtskonservativen Partei und ihre Verbindungen zur radikalen Rechten in Nordhessen veröffentlicht.

Wem die Burschenschaft Germania Kassel bisher kein Begriff ist, sei ein Artikel von uns ebenfalls aus dem Jahr 2013 empfohlen.

Weitere Informationen zur AfD

Was macht eigentlich Kagida/Pegida Kassel #4

Kagida #43 (30.11.2015)

Ihr einjähriger Geburtstag war für Pegida Kassel die reinste Blamage. Es kamen nur noch ca. halb so viele KundgebungsteilnehmerInnen wie in der Vorwoche, inklusive der RednerInnen 15 Personen. Obwohl es der Jahrestag war, konnte deshalb erneut nicht spaziert werden. Die Polizei kesselte einige der zahlenmäßig deutlich überlegenen Gegendemonstrant*innen ein. Es kam zu 15 polizeilichen Maßnahmen und zwei Festnahmen.

Dezember

Im Dezember legte Pegida Kassel eine Pause ein. Ein zuvor angekündigter gemeinsamer Weihnachtsmarktbesuch kam nicht zustande.

Kagida #44 (04.01.2016)

Die erste Veranstaltung im neuen Jahr konnte trotz einmonatiger Pause keine neuen TeinehmerInnen mobilisieren. Es fanden sich wie bei der letzten Veranstaltung im Jahr 2015 ca. 15 TeilnehmerInnen ein. Gegenprotest wurde von dem massiven Polizeiaufgebot verunmöglicht. Die Kagidas standen zwischen dem Friedericianum und dem Zirkuszelt des Zirkus Flic Flac. Es gab an den einzigen beiden Zugängen Einlasskontrollen. Zudem war eine stark erhöhte Polizeipräsenz im gesammten Innenstadtbereich festzustellen. Es wurde ein Redebeitrag von der dritten Kagida Veranstaltung wiederholt und sich viel über einen Angriff auf Mario Becks Auto beschwert. Dieser Angriff dürfte auch für das massive Polizeiaufgebot an dem Tag verantwortlich gewesen sein. Das Orga-Team kündigt an, dass sie in der folgenden Woche an dem einjährigen Geburtstag von Legida teilnehmen wollten. Zudem sei es unklar wie es in der Zukunft weitergehen solle, es werde darüber spontan informiert.

Kassel in Leipzig (11.01.2016)

Das Kasseler Orga-Team verzichtete auf eine eigene Veranstaltung. Stattdessen fuhren sie nach Leipzig zu Legida, wo Michael Viehmann eine kurze Rede halten durfte. Dort lies er sich mit Hannes Ostendorf, dem Sänger der Hooligan-Band “Kategorie-C” fotografieren.

Kagida #45 (18.01.2016)

Erneut kamen ca. 15 Personen zur Veranstaltung von Pegida Kassel. Es wurde weder spaziert noch wurden Redebeiträge gehalten. Die Polizei war erneut mit vielen Kräften vor Ort und trennte den Gegenprotest mit einer Polizeikette von Kagida. Die Veranstaltung löste sich nach einer Stunde blitzartig auf, einige KundgebungsteilnehmerInnen wurden beim weggehen von den ca.40-50 Gegendemonstrant*innen bedrängt. Mittlerweile gibt es Streit zwischen den TeilnehmerInnen und der Orga-Gruppe. So wurde Viehmann und Beck vorgeworfen sich „mehr für den Osten zu interessieren“ und die Veranstalter werden als „unerträglich“ beschrieben. Auch der Kagida-Stammkunde Marcel Weifenbach stand außerhalb der Versammlung und machte sich nach kurzer Zeit mit seinen beiden Begleitern auf den Weg in die Kneipe “Nighttime” statt an der Veranstaltung teilzunehmen.

„Kassel passt auf“

Die Kagida-Organisatoren Michael Viehmann und Mario Beck haben sich in der zwischenzeit ein weiteres Agitationsfeld gesucht. Sie gründeten nach den Vorfällen in Köln eine Kasseler Bürgerwehr. Mehr dazu: http://task.noblogs.org/post/2016/01/18/gruendung-einer-buergerwehr-in-kassel/

Gründung einer Bürgerwehr in Kassel

Nach einigen erschreckenden Nachrichten von Schlägertrupps, die als Konsequenz aus den Übergriffen an Silvester am Kölner Hauptbahnhof Jagd auf „anders“ aussehende gemacht haben, hat sich nun unter dem Label „Kassel passt auf!“ auch in Nordhessen eine Bürgerwehr gegründet. Zur Zeit beschränkt sich das Ganze auf eine Seite bei Facebook, die innerhalb kürzester Zeit knapp 3000 Likes bekommen hat.

Das Landesamt für Verfassungsschutz Hessen gab in der HNA an, keine Erkenntnisse über die OrganisatorInnen der Gruppe zu haben. Überraschend ist dies nicht, konnte das LfVH doch auch bei Kagida keine rechten Tendenzen entdecken und ist bis heute bemüht, die Aufklärung des NSU-Mordes in Kassel zu verhindern.

Unsere Recherche ergab, dass die Verwalter der Seite die Kagida-Initiatoren Michael Viehmann und Mario Beck sind, die sich über die Bürgerwehr ein neues Aktionsfeld erhoffen. Die „aktiven“ Mitglieder der Gruppe setzen sich sowohl aus den Kagida-Kadern, als auch aus dem Rocker- und Türstehermilieu zusammen, zu nennen ist beispielsweise die „Hardcore Crew Cassel“. Die Bürgerwehr kündigt an, regelmäßig in Kassel Patrouillie laufen und eine Notfallnummer organisieren zu wollen.

Auf Facebook verkündete die Gruppe, am Samstag in der Kasseler Innenstadt unterwegs gewesen zu sein. Mehr als ein Foto vom menschenleeren Königsplatz kam dabei nicht zu Stande.

Wie die Übergriffe in Köln gezeigt haben, sorgen selbsternannte Bürgerwehren keineswegs für Sicherheit auf der Straße, sondern erzeugen Angsträume oder stellen im schlimmsten Fall eine physische Bedrohung für Menschen dar, die von ihnen anhand optischer Merkmale als Geflüchtete eingeordnet werden.

Obwohl es bereits viel positive Resonanz auf der Internetseite gab und mehrere Personen Interesse bekundeten, verfügt die Gruppe bisher über keine Struktur außerhalb von Facebook. Grund dafür war auch ein unerwarteter Todesfall im Orga-Team.

Doch nicht nur die Köpfe hinter der Bürgerwehr sind momentan wichtig. Mit Ekel verfolgen wir die mediale Debatte nach den Ereignissen von Köln. Nach antifeministischen Kampagnen gegen den „Gender-Wahn“ stehen die „Rechte der Frau“ nun bundesweit ganz oben auf der Agenda rechter Bewegungen und werden zur Agitation gegen Geflüchtete genutzt. Feministische Themen, die früher nur Linke interessierten und vom Rest der Gesellschaft belächelt bzw. negiert wurden, werden auf einmal in jeder großen Zeitung verhandelt. Auch in der Facebook-Gruppe „Kassel passt auf“ wurde jüngst ein Selbstverteidigungskurs für Frauen beworben. Die Basis feministischer Kämpfe darf allerdings nicht Rassismus sein. Das Patriarchat wurde nicht erst an Silvester eingeführt und die momentane Debatte verschleiert sowohl den Sexismus innerhalb der deutschen Gesellschaft als auch die Kämpfe dagegen. Zum weiterlesen empfehlen wir auch den Text der Kölner Genoss_innen „Mit Rassismus gegen Sexismus?“

Was macht eigentlich Kagida/Pegida Kassel? #3

Nachdem die Vereinsgründung von Kagida im Juni bereits in einer Satzung festgehalten wurde, wurde der Verein „PEGIDA Kassel e.V.“ am 06. Oktober offiziell vom Amtsgericht in Kassel bestätigt.

Kagida #37 (12.10.2015)
Am Friedrichsplatz kamen gegen 19:00 Uhr Kagida-OrganisatorenInnen und Teilnehmende zusammen – insgesamt 14 Personen – und hielten unter Gegenprotest eine Kundgebung ab. Für die nächste Woche kündigte Kagida an, keine Kundgebung in Kassel durchzuführen, da die OrganisatorInnen planten, zur bundesweiten Pegida Demonstration anlässlich des einjährigen Jubiläums nach Dresden zu fahren.

Kagida #38 (26.10.2015)
Auf dem Friedrichsplatz trafen sich gegen 19:00 Uhr 18 Personen, unter ihnen Mario Beck, um die Kagida Kundgebung durchzuführen. Begleitet wurden sie von einem circa 15 bis 20 Personen starken Gegenprotest.

Kagida #39 (02.11.2015)
Gegen 19:00 Uhr kamen circa 20-30 Kagida-DemonstrantInnen auf dem Friedrichsplatz zusammen und führten eine Kundgebung durch, welche erneut von Gegenprotest begleitet wurde. Neben den Organisatoren fand unter anderem der NPDler Marcel Weifenbach den Weg zur Kundgebung.

Kagida #40 (09.11.2015)
Auf dem Friedrichsplatz versammelten sich gegen 19:00 Uhr ca. 29 Personen zur Kagida-Kundgebung, unter ihnen Joachim Bachmann und Ilona Paczkowski. Michael Viehmann und Mario Beck hielten Reden und wollten eine Demonstration durchführen. Da jedoch keine Demonstration angemeldet war, wurde ein Marsch für die nächste Woche angekündigt. Am Tag zuvor sind sowohl Mario Beck, als auch Michael Viehmann auf einer Aktion von “Wir helfen beim Grenzbau” in Schirnding in Bayern als Redner aufgetreten. Der Gegenprotest hat kurzzeitig das Verlassen der Organisatoren vom Friedrichsplatz verhindert und Mario Beck mit seinem Auto bei der Abreise gestört.

Kagida #41 (16.11.2015)
Gegen 19:00 Uhr kamen circa 33 Personen zur Kagida-Kundgebung auf dem Friedrichsplatz zusammen und führten vorerst eine einstündige Kundgebung durch. Gesprochen haben Mario Beck, Marco Mander und ein Gastredner – Michael Viehmann war nicht vor Ort. Ungefähr 40 Personen haben gegen die Kagida-Kundgebung protestiert. Kurz vor 20:00 Uhr setzten sich sowohl Kagida und Polizei, als auch die Gegendemonstrant*innen auf der Frankfurter Straße Richtung Amtsgericht in Bewegung und liefen über die Fünffensterstraße auf die Obere Königsstraße bis zum Königsplatz und von dort über die Untere Karlsstraße zurück zum Friedrichsplatz. Auf der gesamten Strecke sind Antifaschist*innen direkt vor Kagida und der Polizeikette gelaufen und haben Parolen gerufen, während Kagida einen stummen Marsch durchgeführt
hat. Für die Passant*innen in der Innenstadt wirkte der geplante fremdenfeindliche Spaziergang somit wie eine antirassistische Demo.

Kagida #42 (23.11.2015)
Um ungefähr 19:00 Uhr trafen sich ca. 27 Personen zur Kagida-Kundgebung auf dem Friedrichsplatz und hielten eine einstündige Kundgebung ab. Gesprochen haben Mario Beck, Marco Mander und Ilona Paczkowski – Viehmann war erneut nicht auf der Kundgebung. Circa 50 Personen haben sich zu einem Gegenprotest zusammengefunden, welcher von einer BFE-Einheit von Kagida getrennt wurde. Obwohl für diesen Montag auf Facebook ein Spaziergang angekündigt war, wurde die Kundgebung ohne Demonstration beendet.

Kagida konnte bis zum 16.11.2015, wo über 30 Personen zur Veranstaltung kamen, einen leichten Zulauf verzeichnen. Der erstarkte und für viele Pegida Kassel TeinehmerInnen als sehr störend empfundene Gegenprotest, welcher zum peinlichsten jemals durchgeführten Kagida-Spaziergang und zurgleich zur größten Antifasponti seit dem letztem Winter sorgte, führte vermutlich dazu, dass am 23.11.2015 wieder weniger als 30 Personen zur Pegida-Kassel Veranstaltung fanden und somit kein Spaziergang stattfand.
Zudem wurden mehrere Kagida TeilnehmerInnen, unter ihnen ehemaliger Kagider-Redner und Ordner, Joachim Bachmann, von ca. 30 Antifaschist*innen massiv bei der Abreise gestört. Für nächste Woche den 30.11.2015 plant Pegida Kassel ihren Jahrestag durchzuführen. Wir würden uns freuen, wenn sich viele Genoss*innen dem Gegenprotest anschließen, um den geplanten Jahrestag so ungemütlich wie die Veranstaltungen der letzten zwei Wochen zu gestalten.

Spaziergang Pegida Kassel am 16.11.2015
Spaziergang Pegida Kassel am 16.11.2015

Viktor Seibel als Security in Unterkunft für Geflüchtete im Landkreis Goslar

seibelNachdem wir erst vor kurzem einen Artikel über die Beschäftigung eines „Sturm 18“-Neonazis in einer Heidelberger Unterkunft für Geflüchtete (Indymedia, taz, Frontal21)  geschrieben haben, müssen wir nun erneut einen ähnlichen Fall öffentlich machen: In einer Unterkunft iLandkreis Goslar arbeitet der neurechte Kasseler Aktivist Viktor Seibel als Security.Einen Namen in der rechtsradikalen Szene machte sich Seibel durch unzählige Auftritte auf Kundgebungen und Demonstrationen als Redner oder (Mit-)Organisator.  Weiter geht es in unserem Artikel auf Linksunten.

2. Kommuniqué – Zur Verlegung des Bundesparteitages der AfD nach Hannover am 28. und 29. November

+++ Skandal: AfD unzuverlässiger als linke Gruppen +++

Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr findet ein Bundesparteitag der AfD in Kassel nicht statt. Nachdem im Juni der 4. Bundesdelegiertenparteitag nach parteiinternen Querelen zwischen dem bürgerlich-rassistischen und dem nationalkonservativen Flügel verschoben wurde, fand ersatzweise der Mitgliederparteitag im Juli in Essen statt.Dort vollzog sich die Spaltung der Partei.

Nun fällt der 5. Parteitag der AfD in Kassel erneut aus, weil die Stadt Kassel Eigenbedarf für den Kongress Palais angemeldet hat. Statt des Parteitages soll eine Party für ehrenamtliche Flüchtlingshelfer_innen stattfinden. Die AfD versuchte im Eilverfahren dagegen vorzugehen, verlor jedoch vor Gericht. Der Parteitag soll nun am selben Datum in Hannover stattfinden.

Im Aufruf haben wir kurz die aktuelle Lage in Deutschland skizziert – rassistische Übergriffe stehen auf der Tagesordnung, nahezu täglich gibt es Naziaufmärsche in der Bundesrepublik während die Regierungsparteien die aktuelle Stimmung befeuern, indem sie rassistische Gesetze erlassen. Wir haben deswegen beschlossen, die Demonstration gegen die AfD in Kassel abzusagen, auch wenn die Mobilisierung schon angelaufen ist. Am 28. und 29. November finden eine Vielzahl anderer linker Veranstaltungen statt. Für Samstag den 28.11. hat beispielsweise eine Nazikameradschaft einen Aufmarsch im 120 km entfernten Gotha angemeldet. Sicherlich wird es auch in Hannover Protest gegen den Parteitag der AfD geben.

Haltet die Augen offen! Stay tuned!
Es bleibt dabei: Deutschland – Feindesland!

Demo gegen den Bundesparteitag der AfD am 28.11. – Treffen um 15.30 Uhr am Stern in Kassel

Demo gegen den Bundesparteitag der AfD am 28.11. – Treffen um 15.30 Uhr am Stern in Kassel

tl;dr Deutschland = Feindesland, AfD = Scheiße, kommt am 28.11. nach Kassel!

Zweiter Asylkompromiss, PEGIDA, nahezu täglich rassistische Angriffe, Nationalsozialistischer Untergrund und staatliche Verstrickung: Deutschland zeigt Gesicht. Ein Ausdruck besonderer sozialer Kälte ist der wachsende Erfolg der Alternative für Deutschland, die bei aktuellen Sonntagsumfragen auf etwa 10 Prozent der potentiellen Stimmen kam. Angefangen hatte die AfD als konservativ, wirtschaftsliberale Partei mit starkem rechtspopulistischen Einschlag. Durch mehrere Spaltungen konnte letztlich der Flügel von rechtsaußen seine Positionen zur Parteilinie machen. Mit einer zunehmenden Etablierung der Partei, bemühen sich Kader wie Höcke in Erfurt, nun auch den Volksmob durch Massenaufmärsche zu mobilisieren. Die Grenze zwischen AfD und Neonazis verwischt dabei zunehmend.

Am 28. und 29. November will nun die AfD ihren Bundesparteitag in Kassel abhalten. Aus diesem Anlass werden wir am 28. November auf die Straße gehen und unsere Wut über die derzeitigen Verhältnisse zum Ausdruck bringen. Die AfD ist dabei nur eine Facette des momentanen rassistischen Normalzustands in Deutschland. Es gilt, diesem tagtäglich und konsequent entgegen zu treten. Wenn die AfD sich in Kassel versammelt, können wir das nicht umkommentiert lassen.

Deutschland=Feindesland

Kommt am 28. November zur Demo gegen den AfD Bundesparteitag – Treffen um 15.30 am Stern!

Für weitere Informationen checkt:

task.noblogs.org

twitter.com/antifa_info_ks

Kritik deutscher Gedenkpolitik / Mobiveranstaltung gegen den Trauermarsch in Friedrichroda

Am 01. November veranstalten wir zusammen mit dem ak: raccoons und einem Vertreter der Kampagne „Volkstrauertag abschaffen“ einen Vortrag zur Kritik deutscher Gedenkpolitik, der gleichzeitig als Mobilisierungsveranstaltung gegen den jährlichen Nazi-Trauermarsch in Friedrichroda dienen soll.
Stattfinden wird dieser um 16:00 Uhr im Autonomen Zentrum (Holländische Straße 204c)

Ankündigungstext der Kampagne:

„Im Jahr 2015, genau 70 Jahre nach der Niederschlagung Deutschlands und nach 25 Jahren Wiedervereinigung, ist die Bundesrepublik augenscheinlich Weltmeister in der Niederlegung von Kränzen, Erbauung von Denkmälern und in der Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte. In kaum einer Stadt oder Region blieben offizielle Gedenkveranstaltungen in Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit aus. Was vor vielen Jahren noch kollektiv verschwiegen wurde, ist heute elementarer Bestandteil der deutschen Identität geworden. Auschwitz ist für die wiedergutgewordenen Deutschen zu einer nationalen Aufgabe und Verpflichtung geworden, was sich spätestens durch die Aussage des rotgrünen Außenministers Fischer zur Rechtfertigung deutscher Kriegseinsätze, man wolle ein zweites Auschwitz in Serbien verhindern, auch in der deutschen Politik manifestierte. Im Rahmen des Vortrages des Antifa Bündnisses Gotha sollen unterschiedliche Schwerpunkte der Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit in Deutschland kritisch betrachtet und die verschiedenen Versionen der deutschen Vergangenheitsbewältigung beleuchtet werden. Speziell der Volkstrauertag, welcher nicht nur für Thüringer Nazis ein geeigneter Tag für die Verherrlichung der Täter von einst darstellt, soll in den Fokus gerückt werden und deutlich gemacht werden, inwiefern dieser Tag bis heute, 70 Jahre nach der Kapitulation, in der Tradition des Nationalsozialismus im postnazistischen Deutschland steht. Die Auseinandersetzung mit dem Tag im November soll aufzeigen, dass Verharmlosung, Verleugnung und Verdrängung seit 1945 die wichtigsten Triebkräfte der deutschen Gedenkpolitik darstellten und warum es die Aufgabe einer antifaschistischen Gesellschaftskritik ist, die Entlastungsversuche der Deutschen abzuwehren und somit die Forderung der Kampagne „Volkstrauertag abschaffen!“ besonders im Gedenkjahr 2015 keineswegs an seiner Bedeutung verloren hat.“

Zwei Veranstaltungen in der Region – Agitationsversuche durch KAGIDA

Trotz anhaltender Flaute ruft KAGIDA zur Teilnahme an zwei Veranstaltungen in der Region auf. Bei Facebook macht Viehmann weiter Stimmung gegen Geflüchtete.

Informationsveranstaltung in Lohfelden

Am Mittwoch den 14. Oktober findet um 20 Uhr eine öffentliche Informationsveranstaltung im Lohfeldener Bürgerhaus (Lange Straße 22) statt. Dort soll durch den Regierungspräsidenten über die Einrichtung einer Erstaufnahmeunterkunft in Lohfelden informiert werden. Derzeit wird ein ehemaliger Gartenmarkt in der Otto-Hahn-Straße als Erstaufnahmeunterkunft eingerichtet. Mit dabei auch Freiwillige aus der Umgebung, die beim Umbau helfen. Bei Facebook wird die Veranstaltung von KAGIDA in der Hoffnung, dort Stimmung gegen Geflüchtete machen zu können, beworben.

Öffentliche Sitzung der Gemeindevertretung in Guxhagen

Weniger gut sieht es momentan in Guxhagen aus, wo sich bereits eine Initiative besorgter Eltern gegründet hat, die gegen die Unterbringung von Geflüchteten in der Nähe eines Kindergartens und zweier Schulen protestiert. In Guxhagen findet am Donnerstag den 15. Oktober die öffentliche Sitzung der Gemeindevertretung statt, deren Einladung KAGIDA ebenfalls bei Facebook veröffentlicht hat und dort für eine zahlreiche Unterstützung der “besorgten Eltern” wirbt. Dort soll ebenfalls die Unterbringung der Geflüchteten Thema sein. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Sitzungssaal in der Gemeindeverwaltung (Zum Ehrenhain 2, Guxhagen).

Nachdem sich für KAGIDA in den letzten Wochen die eigene Bedeutungslosigkeit durch Teilnehmerzahlen von unter einem Dutzend offenbarte, scheint Viehmann nun Morgenluft zu wittern. Zumindest bei Facebook ist KAGIDA darum bemüht, den Eindruck entstehen zu lassen, die Geflüchteten würden nicht etwa der Witterung wegen aus der Zeltstadt in Schwarzenborn, wo es diese Woche den ersten Schnee gab, nach Lohfelden verlegt werden sondern weil sie zuvor negativ aufgefallen seien.

Screenshot KAGIDA

Screenshot KAGIDA

Screenshot KAGIDA

Screenshot KAGIDA