Kurzmeldung: HNA als Plattform für Faschisten

Dem nordhessischen Qualitätsmedium HNA ist mal wieder nicht aufgefallen, wem sie eine Plattform zur Selbstinszenierung bietet. Bereits im März 2016 war es einen Artikel wert, dass irgendjemand abgenommen hat. Konkret ging es um Dennis Langen, zu dem Zeitpunkt 33 Jahre alt und Auszubildender im Awo-Seniorenzentrum in Sontra. Sieben Monate später: Die HNA deckt die skandalöse Verwahrlosung des Cornberger Spielplatzes auf. Als Sprecher der besorgten Cornbeger Eltern tritt Dennis Langen in die Öffentlichkeit, der zuvor Fotos vom Spielplatz auf seine Facebook-Seite hochgeladen hatte. Hätte sich eben jene Seite mal jemand von der HNA angesehen, hätte auffallen können, dass seinen Oberarm gut erkennbar ein Hakenkreuz ziert. Dennis Langen ist kein Vorbild für Übergewichtige sondern offensichtlich ein Faschist, dem die HNA nun erneut eine Plattform geboten hat, sich als engagierter Nachbar und Sprecher der Cornbeger Zivilgesellschaft zu inszenieren. Zudem sollte sich die Awo fragen, was für Leuten sie pflegebedürftige Menschen ausliefert.

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Dennis Langen als besorgter Anwohner mit Thors Hammer, Copacabana-Shirt und ACAB-Tattoo.

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Dennis Langen vor seinem Kampf gegen die Pfunde.

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Dennis Langen in Arbeitskleidung hält ein T-Shirt hoch.

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Dennis Langen ganz seriös mit Hakenkreuz-Tattoo auf dem Oberarm.

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Rangezoomt: Hakenkreuz-Tattoo auf dem Oberarm

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Kurzmeldung: Neonazistische Sommersonnenwendfeier in Nordhessen

Am Wochenende vom 24. bis 26. Juni fand im nordhessischen Knüllgebirge (Landkreis Schwalm-Eder) eine neonazistische Sommersonnenwendfeier statt. Ort der Veranstaltung war, wenig überraschend, das Anwesen, das dem 2014 verstorbenen Neonazi und Holocaustleugner Manfred Röder gehörte. Kurz vor seinem Ableben war das Grundstück offiziell in den Besitz der Tochter der Britin Michèle Renouf, die selbst als Holocaustleugnerin gilt, übergegangen.

Auch in Deutschland umtriebig: Michele Renouf

Auch in Deutschland umtriebig: Michele Renouf

Auf dem Programm standen neben Liederabend und Sonnenwendfeier auch Vorträge von Meinolf Schönborn, Robert Steinert (rechter Verleger), Frank Ludwig (NPD-Funktionär) und Gerd Ittner (international umtriebiger Neonazi). Beworben wurde die Veranstaltung maßgeblich durch Schönborn, der dafür u.a. die Kanäle seines Magazins “Recht und Wahrheit” nutzte. Schönborn machte zuletzt 2013 überregional Schlagzeilen, als im SWR über seine Rolle in der Neonazi-Organisation “Neue Ordnung” berichtet wurde. Die Gäste kamen sowohl aus dem Umland als auch aus dem Rest Deutschlands.

Michèle Renouf ist offenbar darum bemüht, die Tradition fortzusetzt, das abgelegene “Haus Richberg” im Knüll als neonazistische Begegnungsstätte zu nutzen. Die regelmäßig dort stattfindenden Sonnenwendfeiern sind nur ein Beispiel dafür.

Symbolbild: Das "Haus Richberg" im Knüll

Symbolbild: Das “Haus Richberg” im Knüll

Kein “Tag der deutschen Zukunft”! Gemeinsame Anreise nach Dortmund

UPDATE: Die Tickets können nun für 10,00 Euro im Büro der Partei Die Linke in der Schillerstr. 21 erworben werden. Achtet drauf, dass nur während der Bürozeiten sicher jemand dort anwesend ist.

Bürozeiten:

Montag 14:00 – 16:00 Uhr

Dienstag 14:00 – 18:00 Uhr

Mittwoch 10:00 – 14:00 Uhr

Donnerstag 10:00 – 14:00 Uhr

Freitag 10:00 – 14:00 Uhr

Der Bus fährt gegen 7 Uhr morgens los, wo genau steht auf den Bustickets. Bei Fragen schreibt uns einfach eine E-Mail, wir antworten zeitnah.

Von Kassel aus wird es dieses Jahr eine gemeinsame Anreise mit dem Bus nach Dortmund zum “Tag der deutschen Zukunft” geben. Gemeinsam mit Genoss*innen aus ganz Deutschland wollen wir am 4. Juni 2016 den Naziaufmarsch in der Dortmunder Nordstadt verhindern.

oder bei twitter unter dem Hashtag #notddz

Kurzmeldung: KSV Hessen Kassel auswärts

Symbolbild: KSV Hessen Kassel - Das Beste aus Nordhessen?

Symbolbild: KSV Hessen Kassel – Das Beste aus Nordhessen?

Nach dem Auswärtsspiel des KSV Hessen Kassel gegen Waldhof Mannheim am 2. April 2016 kam es zu einem Zwischenfall im Frankfurter Hauptbahnhof. Einige KSV-Fans, die offensichtliche Neonazi-Marken wie Thor Steinar trugen, wurden beim Zwischenstopp von einer größeren Gruppe Linker konfrontiert. Die Nordhessen warfen Flaschen sowie Pyrotechnik und riefen “Antifa-Fotzen” und “Wo wart ihr Silvester?”. Die Auseinandersetzung wurde umgehend von der Polizei beendet. Was nun kaum mehr als eine Randnotiz ist, zeigt exemplarisch, wie sich das Millieu um den Kasseler Sportverein zusammensetzt und dass das Problem von Nazis in der Kurve sich nicht in Luft auflöst, nur weil man es konsequent ignoriert.

Kurzmeldung: “Antifa halt’s Maul”-Pfefferspray aus Nordhessen

Die Neonazi-Band Kategorie C aus Bremen vertreibt auf ihrer Website seit kurzem Pfefferspray der Marke Commando Industries, das sie mit “Antifa halt’s Maul”-Stickern beklebt. Commando Industries ist eine Marke mit Logistikzentrum in Helsa, die besonders bei Neonazis beliebt ist. Der Markengründer Werner Kahl stand in den 80er Jahren vor Gericht, u.a. weil er im Namen einer “Rassistischen Liga” Sprengsätze unter den Autos von Migranten zündete.

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AfD Wahlkampfveranstaltung in Kassel

Am Samstag, den 20. Februar, führte die „Alternative für Deutschland – Kassel Stadt“ eine Kundgebung auf der nördlichen Seite des Königsplatzes durch. Die Kundgebung fand von 15.00 bis circa 17.00 Uhr statt und ist Teil des Wahlkampfes zur Kasseler Kommunalwahl. Die Veranstaltung wurde mit einem großen Polizeiaufgebot und Gittern gesichert.

Gesprochen haben verschiedene Vertreter der AfD, so Manfred Mattis (AfD Kassel Stadt), Michael Werl (Neonazi, Burschenschafter und Vorsitzender der JA Hochschulgruppe Kassel) und der Kasseler Spitzenkandidat für die Kommunalwahl Dieter Gratzer, aber auch die überregionalen AfD-Sprecher Albrecht Glaser (AfD Hessen) und Bernd Venjakob (AfD Westfalen-Lippe). Unter den etwa 140 Teilnehmenden der Kundgebung befanden sich auch viele ältere Personen.

Unter ihnen war auch der bekannte NPDler, Marcel Weifenbach, der zuletzt wegen seiner stetigen Teilnahme (oftmals auch in Funktion als Ordner) an den montäglichen Kagida-Kundgebungen aufgefallen ist und darüber hinaus an überregionalen Neonaziveranstaltungen teilnahm. An diesem Samstag übernahm er die Funktion eines Ordners auf der AfD-Veranstaltung. Auch außerhalb der Kundgebung und zeitweise in den Reihen der Gegenkundgebung hielt sich eine Gruppe Neonazis auf, die dem Hooliganspektrum des Kasseler Sportvereins (KSV) zuzuordnen ist. Darunter Martin Müller, der Kontakte ins Blood&Honour Milieu unterhält und der Kasseler Marcel Hewig, bei dem im November letzten Jahres eine Rechtsrockparty stattfand. Letzterer ist 2014 mit einer Kassler Reisegruppe zu den Hogesa Demonstrationen nach Hannover gefahren (wir berichteten).

WeifenbachMarcel Weifenbach mit Ordnerbinde auf der AfD Kundgebung | Marcel Weifenbach am Transparent der neonazistischen Partei „Die Rechte“ am 29.08.2015 in Goslar

Nazis

von rechts: Marcel Hewig und Martin Müller

Das Kasseler Bündnis gegen Rechts hatte im Vorfeld zu einer Gegenkundgebung aufgerufen, diesem Aufruf sind circa 300 Menschen gefolgt. Die Veranstaltung wurde auf der südlichen Seite des Königsplatzes genehmigt, erfreulicherweise setzten sich die Gegendemonstrant*innen jedoch mit dem Start der AfD-Kundgebung in Bewegung, sodass der Protest direkt bis an die Gitter getragen werden konnte. Dadurch gelang es, die rechte Kundgebung weitgehend zu übertönen.

Das nordhessische Provinzblatt HNA hatte im Vorhinein sowohl die Veranstaltung der AfD beworben, als auch ein unkritisches Interview mit dem dem Kasseler Spitzenkandidaten der AfD abgedruckt. Im Bericht über die heutige Kundgebungen wurden Äußerungen der Sprecher ohne Kommentar veröffentlicht.

Zusammenfassend hat der Tag deutlich gemacht, dass die AfD auch in Kassel ein Mobiliserungspotential bis ins extrem rechte Spektrum aufweisen kann. Die Liaison zwischen Neonazis und konservativem bis rechtem Bürgertum, welche zuletzt zu Beginn von Kagida bzw Pegida Kassel in größerem Maßstab vollzogen werden konnte, hat mit der heutigen Veranstaltung neuen Aufwind bekommen. Ein entschlossenes Vorgehen gegen die AfD und ihre reaktionären AnhängerInnen wird somit umso wichtiger.

Übersicht

AfD Kassel bei der Kommunalwahl

Am 6. März ist in Kassel Kommunalwahl und erstmals tritt auch die “Alternative für Deutschland” (AfD) an. Bedenkt man, dass die AfD Kassel-Stadt seit ihrer Gründung dem Parteiflügel rechtsaußen nahe steht, verwundert es nicht, dass mit Michael Werl einer der Spitzenkandidaten gleichzeitig Burschenschafter der Germania Kassel ist.

Viele von euch werden sich noch daran erinnern, dass die Kasseler AfD keine Bedenken hatte, monatelang gemeinsam mit Neonazis, rechtsradikalen Hooligans, VerschwörungstheoretikerInnen und anderen RassistInnen die KAGIDA-Kundgebungen zu besuchen; ja ihr Sprecher Manfred Mattis sogar regelmäßig als Redner dort auftrat.

Aus gegebenem Anlass haben wir hier nochmal ein paar unserer etwas älteren Hintergrundtexte zusammengestellt.

Anlässlich der Gründung der AfD haben wir bereits im Jahr 2013 ein Papier über die inhaltliche Konstitution einer rechtskonservativen Partei und ihre Verbindungen zur radikalen Rechten in Nordhessen veröffentlicht.

Wem die Burschenschaft Germania Kassel bisher kein Begriff ist, sei ein Artikel von uns ebenfalls aus dem Jahr 2013 empfohlen.

Weitere Informationen zur AfD

Was macht eigentlich Kagida/Pegida Kassel #4

Kagida #43 (30.11.2015)

Ihr einjähriger Geburtstag war für Pegida Kassel die reinste Blamage. Es kamen nur noch ca. halb so viele KundgebungsteilnehmerInnen wie in der Vorwoche, inklusive der RednerInnen 15 Personen. Obwohl es der Jahrestag war, konnte deshalb erneut nicht spaziert werden. Die Polizei kesselte einige der zahlenmäßig deutlich überlegenen Gegendemonstrant*innen ein. Es kam zu 15 polizeilichen Maßnahmen und zwei Festnahmen.

Dezember

Im Dezember legte Pegida Kassel eine Pause ein. Ein zuvor angekündigter gemeinsamer Weihnachtsmarktbesuch kam nicht zustande.

Kagida #44 (04.01.2016)

Die erste Veranstaltung im neuen Jahr konnte trotz einmonatiger Pause keine neuen TeinehmerInnen mobilisieren. Es fanden sich wie bei der letzten Veranstaltung im Jahr 2015 ca. 15 TeilnehmerInnen ein. Gegenprotest wurde von dem massiven Polizeiaufgebot verunmöglicht. Die Kagidas standen zwischen dem Friedericianum und dem Zirkuszelt des Zirkus Flic Flac. Es gab an den einzigen beiden Zugängen Einlasskontrollen. Zudem war eine stark erhöhte Polizeipräsenz im gesammten Innenstadtbereich festzustellen. Es wurde ein Redebeitrag von der dritten Kagida Veranstaltung wiederholt und sich viel über einen Angriff auf Mario Becks Auto beschwert. Dieser Angriff dürfte auch für das massive Polizeiaufgebot an dem Tag verantwortlich gewesen sein. Das Orga-Team kündigt an, dass sie in der folgenden Woche an dem einjährigen Geburtstag von Legida teilnehmen wollten. Zudem sei es unklar wie es in der Zukunft weitergehen solle, es werde darüber spontan informiert.

Kassel in Leipzig (11.01.2016)

Das Kasseler Orga-Team verzichtete auf eine eigene Veranstaltung. Stattdessen fuhren sie nach Leipzig zu Legida, wo Michael Viehmann eine kurze Rede halten durfte. Dort lies er sich mit Hannes Ostendorf, dem Sänger der Hooligan-Band “Kategorie-C” fotografieren.

Kagida #45 (18.01.2016)

Erneut kamen ca. 15 Personen zur Veranstaltung von Pegida Kassel. Es wurde weder spaziert noch wurden Redebeiträge gehalten. Die Polizei war erneut mit vielen Kräften vor Ort und trennte den Gegenprotest mit einer Polizeikette von Kagida. Die Veranstaltung löste sich nach einer Stunde blitzartig auf, einige KundgebungsteilnehmerInnen wurden beim weggehen von den ca.40-50 Gegendemonstrant*innen bedrängt. Mittlerweile gibt es Streit zwischen den TeilnehmerInnen und der Orga-Gruppe. So wurde Viehmann und Beck vorgeworfen sich “mehr für den Osten zu interessieren” und die Veranstalter werden als “unerträglich” beschrieben. Auch der Kagida-Stammkunde Marcel Weifenbach stand außerhalb der Versammlung und machte sich nach kurzer Zeit mit seinen beiden Begleitern auf den Weg in die Kneipe “Nighttime” statt an der Veranstaltung teilzunehmen.

“Kassel passt auf”

Die Kagida-Organisatoren Michael Viehmann und Mario Beck haben sich in der zwischenzeit ein weiteres Agitationsfeld gesucht. Sie gründeten nach den Vorfällen in Köln eine Kasseler Bürgerwehr. Mehr dazu: http://task.noblogs.org/post/2016/01/18/gruendung-einer-buergerwehr-in-kassel/

Gründung einer Bürgerwehr in Kassel

Nach einigen erschreckenden Nachrichten von Schlägertrupps, die als Konsequenz aus den Übergriffen an Silvester am Kölner Hauptbahnhof Jagd auf „anders“ aussehende gemacht haben, hat sich nun unter dem Label „Kassel passt auf!“ auch in Nordhessen eine Bürgerwehr gegründet. Zur Zeit beschränkt sich das Ganze auf eine Seite bei Facebook, die innerhalb kürzester Zeit knapp 3000 Likes bekommen hat.

Das Landesamt für Verfassungsschutz Hessen gab in der HNA an, keine Erkenntnisse über die OrganisatorInnen der Gruppe zu haben. Überraschend ist dies nicht, konnte das LfVH doch auch bei Kagida keine rechten Tendenzen entdecken und ist bis heute bemüht, die Aufklärung des NSU-Mordes in Kassel zu verhindern.

Unsere Recherche ergab, dass die Verwalter der Seite die Kagida-Initiatoren Michael Viehmann und Mario Beck sind, die sich über die Bürgerwehr ein neues Aktionsfeld erhoffen. Die „aktiven“ Mitglieder der Gruppe setzen sich sowohl aus den Kagida-Kadern, als auch aus dem Rocker- und Türstehermilieu zusammen, zu nennen ist beispielsweise die „Hardcore Crew Cassel“. Die Bürgerwehr kündigt an, regelmäßig in Kassel Patrouillie laufen und eine Notfallnummer organisieren zu wollen.

Auf Facebook verkündete die Gruppe, am Samstag in der Kasseler Innenstadt unterwegs gewesen zu sein. Mehr als ein Foto vom menschenleeren Königsplatz kam dabei nicht zu Stande.

Wie die Übergriffe in Köln gezeigt haben, sorgen selbsternannte Bürgerwehren keineswegs für Sicherheit auf der Straße, sondern erzeugen Angsträume oder stellen im schlimmsten Fall eine physische Bedrohung für Menschen dar, die von ihnen anhand optischer Merkmale als Geflüchtete eingeordnet werden.

Obwohl es bereits viel positive Resonanz auf der Internetseite gab und mehrere Personen Interesse bekundeten, verfügt die Gruppe bisher über keine Struktur außerhalb von Facebook. Grund dafür war auch ein unerwarteter Todesfall im Orga-Team.

Doch nicht nur die Köpfe hinter der Bürgerwehr sind momentan wichtig. Mit Ekel verfolgen wir die mediale Debatte nach den Ereignissen von Köln. Nach antifeministischen Kampagnen gegen den „Gender-Wahn“ stehen die „Rechte der Frau“ nun bundesweit ganz oben auf der Agenda rechter Bewegungen und werden zur Agitation gegen Geflüchtete genutzt. Feministische Themen, die früher nur Linke interessierten und vom Rest der Gesellschaft belächelt bzw. negiert wurden, werden auf einmal in jeder großen Zeitung verhandelt. Auch in der Facebook-Gruppe „Kassel passt auf“ wurde jüngst ein Selbstverteidigungskurs für Frauen beworben. Die Basis feministischer Kämpfe darf allerdings nicht Rassismus sein. Das Patriarchat wurde nicht erst an Silvester eingeführt und die momentane Debatte verschleiert sowohl den Sexismus innerhalb der deutschen Gesellschaft als auch die Kämpfe dagegen. Zum weiterlesen empfehlen wir auch den Text der Kölner Genoss_innen „Mit Rassismus gegen Sexismus?“

Was macht eigentlich Kagida/Pegida Kassel? #3

Nachdem die Vereinsgründung von Kagida im Juni bereits in einer Satzung festgehalten wurde, wurde der Verein “PEGIDA Kassel e.V.” am 06. Oktober offiziell vom Amtsgericht in Kassel bestätigt.

Kagida #37 (12.10.2015)
Am Friedrichsplatz kamen gegen 19:00 Uhr Kagida-OrganisatorenInnen und Teilnehmende zusammen – insgesamt 14 Personen – und hielten unter Gegenprotest eine Kundgebung ab. Für die nächste Woche kündigte Kagida an, keine Kundgebung in Kassel durchzuführen, da die OrganisatorInnen planten, zur bundesweiten Pegida Demonstration anlässlich des einjährigen Jubiläums nach Dresden zu fahren.

Kagida #38 (26.10.2015)
Auf dem Friedrichsplatz trafen sich gegen 19:00 Uhr 18 Personen, unter ihnen Mario Beck, um die Kagida Kundgebung durchzuführen. Begleitet wurden sie von einem circa 15 bis 20 Personen starken Gegenprotest.

Kagida #39 (02.11.2015)
Gegen 19:00 Uhr kamen circa 20-30 Kagida-DemonstrantInnen auf dem Friedrichsplatz zusammen und führten eine Kundgebung durch, welche erneut von Gegenprotest begleitet wurde. Neben den Organisatoren fand unter anderem der NPDler Marcel Weifenbach den Weg zur Kundgebung.

Kagida #40 (09.11.2015)
Auf dem Friedrichsplatz versammelten sich gegen 19:00 Uhr ca. 29 Personen zur Kagida-Kundgebung, unter ihnen Joachim Bachmann und Ilona Paczkowski. Michael Viehmann und Mario Beck hielten Reden und wollten eine Demonstration durchführen. Da jedoch keine Demonstration angemeldet war, wurde ein Marsch für die nächste Woche angekündigt. Am Tag zuvor sind sowohl Mario Beck, als auch Michael Viehmann auf einer Aktion von “Wir helfen beim Grenzbau” in Schirnding in Bayern als Redner aufgetreten. Der Gegenprotest hat kurzzeitig das Verlassen der Organisatoren vom Friedrichsplatz verhindert und Mario Beck mit seinem Auto bei der Abreise gestört.

Kagida #41 (16.11.2015)
Gegen 19:00 Uhr kamen circa 33 Personen zur Kagida-Kundgebung auf dem Friedrichsplatz zusammen und führten vorerst eine einstündige Kundgebung durch. Gesprochen haben Mario Beck, Marco Mander und ein Gastredner – Michael Viehmann war nicht vor Ort. Ungefähr 40 Personen haben gegen die Kagida-Kundgebung protestiert. Kurz vor 20:00 Uhr setzten sich sowohl Kagida und Polizei, als auch die Gegendemonstrant*innen auf der Frankfurter Straße Richtung Amtsgericht in Bewegung und liefen über die Fünffensterstraße auf die Obere Königsstraße bis zum Königsplatz und von dort über die Untere Karlsstraße zurück zum Friedrichsplatz. Auf der gesamten Strecke sind Antifaschist*innen direkt vor Kagida und der Polizeikette gelaufen und haben Parolen gerufen, während Kagida einen stummen Marsch durchgeführt
hat. Für die Passant*innen in der Innenstadt wirkte der geplante fremdenfeindliche Spaziergang somit wie eine antirassistische Demo.

Kagida #42 (23.11.2015)
Um ungefähr 19:00 Uhr trafen sich ca. 27 Personen zur Kagida-Kundgebung auf dem Friedrichsplatz und hielten eine einstündige Kundgebung ab. Gesprochen haben Mario Beck, Marco Mander und Ilona Paczkowski – Viehmann war erneut nicht auf der Kundgebung. Circa 50 Personen haben sich zu einem Gegenprotest zusammengefunden, welcher von einer BFE-Einheit von Kagida getrennt wurde. Obwohl für diesen Montag auf Facebook ein Spaziergang angekündigt war, wurde die Kundgebung ohne Demonstration beendet.

Kagida konnte bis zum 16.11.2015, wo über 30 Personen zur Veranstaltung kamen, einen leichten Zulauf verzeichnen. Der erstarkte und für viele Pegida Kassel TeinehmerInnen als sehr störend empfundene Gegenprotest, welcher zum peinlichsten jemals durchgeführten Kagida-Spaziergang und zurgleich zur größten Antifasponti seit dem letztem Winter sorgte, führte vermutlich dazu, dass am 23.11.2015 wieder weniger als 30 Personen zur Pegida-Kassel Veranstaltung fanden und somit kein Spaziergang stattfand.
Zudem wurden mehrere Kagida TeilnehmerInnen, unter ihnen ehemaliger Kagider-Redner und Ordner, Joachim Bachmann, von ca. 30 Antifaschist*innen massiv bei der Abreise gestört. Für nächste Woche den 30.11.2015 plant Pegida Kassel ihren Jahrestag durchzuführen. Wir würden uns freuen, wenn sich viele Genoss*innen dem Gegenprotest anschließen, um den geplanten Jahrestag so ungemütlich wie die Veranstaltungen der letzten zwei Wochen zu gestalten.

Spaziergang Pegida Kassel am 16.11.2015
Spaziergang Pegida Kassel am 16.11.2015