Kurzmeldung: ALFA auf den Spuren der AfD

Für den 4. November lädt die ALFA Hessen zu einer Veranstaltung ins Gasthaus Alt Süsterfeld im Eifelweg 28. Ein Vortrag von Rolf Stolz wird mit dem vielsagenden Titel “Willkommen in der Parallel-Gesellschaft” angekündigt. Stolz bezeichnet sich selbst als “dissidentischer Linker”, hat Angst vor der “Überfremdung” Deutschlands und hält die Antifa für faschistoid. Auf der Rückseite des Veranstaltungsflyer wirft die ALFA wahllos Reizworte in den Raum. Mit der Themenwahl wird deutlich, dass der ALFA die Abgrenzung zur AfD schwer fällt und beide Parteien um ein ähnliches Klientel werben.

Die zentrale Lage Kassels machen sich sowohl AfD als auch ALFA zu Nutze. So fand beispielsweise die Gründungsveranstaltung der ALFA im Juli 2015 in Kassel statt. Dennoch gibt es bisher keinen wahrnehmbaren Kasseler Orstverband. Es ist deshalb davon auszugehen, dass auf der Veranstaltungen am 4. November auch versucht werden wird, Interessierte für die Parteiarbeit vor Ort zu gewinnen.

Kurzmeldung: HNA als Plattform für Faschisten

Dem nordhessischen Qualitätsmedium HNA ist mal wieder nicht aufgefallen, wem sie eine Plattform zur Selbstinszenierung bietet. Bereits im März 2016 war es einen Artikel wert, dass irgendjemand abgenommen hat. Konkret ging es um Dennis Langen, zu dem Zeitpunkt 33 Jahre alt und Auszubildender im Awo-Seniorenzentrum in Sontra. Sieben Monate später: Die HNA deckt die skandalöse Verwahrlosung des Cornberger Spielplatzes auf. Als Sprecher der besorgten Cornbeger Eltern tritt Dennis Langen in die Öffentlichkeit, der zuvor Fotos vom Spielplatz auf seine Facebook-Seite hochgeladen hatte. Hätte sich eben jene Seite mal jemand von der HNA angesehen, hätte auffallen können, dass seinen Oberarm gut erkennbar ein Hakenkreuz ziert. Dennis Langen ist kein Vorbild für Übergewichtige sondern offensichtlich ein Faschist, dem die HNA nun erneut eine Plattform geboten hat, sich als engagierter Nachbar und Sprecher der Cornbeger Zivilgesellschaft zu inszenieren. Zudem sollte sich die Awo fragen, was für Leuten sie pflegebedürftige Menschen ausliefert.

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Dennis Langen als besorgter Anwohner mit Thors Hammer, Copacabana-Shirt und ACAB-Tattoo.

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Dennis Langen vor seinem Kampf gegen die Pfunde.

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Dennis Langen in Arbeitskleidung hält ein T-Shirt hoch.

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Dennis Langen ganz seriös mit Hakenkreuz-Tattoo auf dem Oberarm.

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Rangezoomt: Hakenkreuz-Tattoo auf dem Oberarm

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Kurzmeldung: Neonazistische Sommersonnenwendfeier in Nordhessen

Am Wochenende vom 24. bis 26. Juni fand im nordhessischen Knüllgebirge (Landkreis Schwalm-Eder) eine neonazistische Sommersonnenwendfeier statt. Ort der Veranstaltung war, wenig überraschend, das Anwesen, das dem 2014 verstorbenen Neonazi und Holocaustleugner Manfred Röder gehörte. Kurz vor seinem Ableben war das Grundstück offiziell in den Besitz der Tochter der Britin Michèle Renouf, die selbst als Holocaustleugnerin gilt, übergegangen.

Auch in Deutschland umtriebig: Michele Renouf

Auch in Deutschland umtriebig: Michele Renouf

Auf dem Programm standen neben Liederabend und Sonnenwendfeier auch Vorträge von Meinolf Schönborn, Robert Steinert (rechter Verleger), Frank Ludwig (NPD-Funktionär) und Gerd Ittner (international umtriebiger Neonazi). Beworben wurde die Veranstaltung maßgeblich durch Schönborn, der dafür u.a. die Kanäle seines Magazins “Recht und Wahrheit” nutzte. Schönborn machte zuletzt 2013 überregional Schlagzeilen, als im SWR über seine Rolle in der Neonazi-Organisation “Neue Ordnung” berichtet wurde. Die Gäste kamen sowohl aus dem Umland als auch aus dem Rest Deutschlands.

Michèle Renouf ist offenbar darum bemüht, die Tradition fortzusetzt, das abgelegene “Haus Richberg” im Knüll als neonazistische Begegnungsstätte zu nutzen. Die regelmäßig dort stattfindenden Sonnenwendfeiern sind nur ein Beispiel dafür.

Symbolbild: Das "Haus Richberg" im Knüll

Symbolbild: Das „Haus Richberg“ im Knüll

Kein „Tag der deutschen Zukunft“! Gemeinsame Anreise nach Dortmund

UPDATE: Die Tickets können nun für 10,00 Euro im Büro der Partei Die Linke in der Schillerstr. 21 erworben werden. Achtet drauf, dass nur während der Bürozeiten sicher jemand dort anwesend ist.

Bürozeiten:

Montag 14:00 – 16:00 Uhr

Dienstag 14:00 – 18:00 Uhr

Mittwoch 10:00 – 14:00 Uhr

Donnerstag 10:00 – 14:00 Uhr

Freitag 10:00 – 14:00 Uhr

Der Bus fährt gegen 7 Uhr morgens los, wo genau steht auf den Bustickets. Bei Fragen schreibt uns einfach eine E-Mail, wir antworten zeitnah.

Von Kassel aus wird es dieses Jahr eine gemeinsame Anreise mit dem Bus nach Dortmund zum „Tag der deutschen Zukunft“ geben. Gemeinsam mit Genoss*innen aus ganz Deutschland wollen wir am 4. Juni 2016 den Naziaufmarsch in der Dortmunder Nordstadt verhindern.

oder bei twitter unter dem Hashtag #notddz

Kurzmeldung: KSV Hessen Kassel auswärts

Symbolbild: KSV Hessen Kassel - Das Beste aus Nordhessen?

Symbolbild: KSV Hessen Kassel – Das Beste aus Nordhessen?

Nach dem Auswärtsspiel des KSV Hessen Kassel gegen Waldhof Mannheim am 2. April 2016 kam es zu einem Zwischenfall im Frankfurter Hauptbahnhof. Einige KSV-Fans, die offensichtliche Neonazi-Marken wie Thor Steinar trugen, wurden beim Zwischenstopp von einer größeren Gruppe Linker konfrontiert. Die Nordhessen warfen Flaschen sowie Pyrotechnik und riefen „Antifa-Fotzen“ und „Wo wart ihr Silvester?“. Die Auseinandersetzung wurde umgehend von der Polizei beendet. Was nun kaum mehr als eine Randnotiz ist, zeigt exemplarisch, wie sich das Millieu um den Kasseler Sportverein zusammensetzt und dass das Problem von Nazis in der Kurve sich nicht in Luft auflöst, nur weil man es konsequent ignoriert.

Kurzmeldung: „Antifa halt’s Maul“-Pfefferspray aus Nordhessen

Die Neonazi-Band Kategorie C aus Bremen vertreibt auf ihrer Website seit kurzem Pfefferspray der Marke Commando Industries, das sie mit „Antifa halt’s Maul“-Stickern beklebt. Commando Industries ist eine Marke mit Logistikzentrum in Helsa, die besonders bei Neonazis beliebt ist. Der Markengründer Werner Kahl stand in den 80er Jahren vor Gericht, u.a. weil er im Namen einer „Rassistischen Liga“ Sprengsätze unter den Autos von Migranten zündete.

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AfD Wahlkampfveranstaltung in Kassel

Am Samstag, den 20. Februar, führte die „Alternative für Deutschland – Kassel Stadt“ eine Kundgebung auf der nördlichen Seite des Königsplatzes durch. Die Kundgebung fand von 15.00 bis circa 17.00 Uhr statt und ist Teil des Wahlkampfes zur Kasseler Kommunalwahl. Die Veranstaltung wurde mit einem großen Polizeiaufgebot und Gittern gesichert.

Gesprochen haben verschiedene Vertreter der AfD, so Manfred Mattis (AfD Kassel Stadt), Michael Werl (Neonazi, Burschenschafter und Vorsitzender der JA Hochschulgruppe Kassel) und der Kasseler Spitzenkandidat für die Kommunalwahl Dieter Gratzer, aber auch die überregionalen AfD-Sprecher Albrecht Glaser (AfD Hessen) und Bernd Venjakob (AfD Westfalen-Lippe). Unter den etwa 140 Teilnehmenden der Kundgebung befanden sich auch viele ältere Personen.

Unter ihnen war auch der bekannte NPDler, Marcel Weifenbach, der zuletzt wegen seiner stetigen Teilnahme (oftmals auch in Funktion als Ordner) an den montäglichen Kagida-Kundgebungen aufgefallen ist und darüber hinaus an überregionalen Neonaziveranstaltungen teilnahm. An diesem Samstag übernahm er die Funktion eines Ordners auf der AfD-Veranstaltung. Auch außerhalb der Kundgebung und zeitweise in den Reihen der Gegenkundgebung hielt sich eine Gruppe Neonazis auf, die dem Hooliganspektrum des Kasseler Sportvereins (KSV) zuzuordnen ist. Darunter Martin Müller, der Kontakte ins Blood&Honour Milieu unterhält und der Kasseler Marcel Hewig, bei dem im November letzten Jahres eine Rechtsrockparty stattfand. Letzterer ist 2014 mit einer Kassler Reisegruppe zu den Hogesa Demonstrationen nach Hannover gefahren (wir berichteten).

WeifenbachMarcel Weifenbach mit Ordnerbinde auf der AfD Kundgebung | Marcel Weifenbach am Transparent der neonazistischen Partei „Die Rechte“ am 29.08.2015 in Goslar

Nazis

von rechts: Marcel Hewig und Martin Müller

Das Kasseler Bündnis gegen Rechts hatte im Vorfeld zu einer Gegenkundgebung aufgerufen, diesem Aufruf sind circa 300 Menschen gefolgt. Die Veranstaltung wurde auf der südlichen Seite des Königsplatzes genehmigt, erfreulicherweise setzten sich die Gegendemonstrant*innen jedoch mit dem Start der AfD-Kundgebung in Bewegung, sodass der Protest direkt bis an die Gitter getragen werden konnte. Dadurch gelang es, die rechte Kundgebung weitgehend zu übertönen.

Das nordhessische Provinzblatt HNA hatte im Vorhinein sowohl die Veranstaltung der AfD beworben, als auch ein unkritisches Interview mit dem dem Kasseler Spitzenkandidaten der AfD abgedruckt. Im Bericht über die heutige Kundgebungen wurden Äußerungen der Sprecher ohne Kommentar veröffentlicht.

Zusammenfassend hat der Tag deutlich gemacht, dass die AfD auch in Kassel ein Mobiliserungspotential bis ins extrem rechte Spektrum aufweisen kann. Die Liaison zwischen Neonazis und konservativem bis rechtem Bürgertum, welche zuletzt zu Beginn von Kagida bzw Pegida Kassel in größerem Maßstab vollzogen werden konnte, hat mit der heutigen Veranstaltung neuen Aufwind bekommen. Ein entschlossenes Vorgehen gegen die AfD und ihre reaktionären AnhängerInnen wird somit umso wichtiger.

Übersicht

AfD Kassel bei der Kommunalwahl

Am 6. März ist in Kassel Kommunalwahl und erstmals tritt auch die “Alternative für Deutschland” (AfD) an. Bedenkt man, dass die AfD Kassel-Stadt seit ihrer Gründung dem Parteiflügel rechtsaußen nahe steht, verwundert es nicht, dass mit Michael Werl einer der Spitzenkandidaten gleichzeitig Burschenschafter der Germania Kassel ist.

Viele von euch werden sich noch daran erinnern, dass die Kasseler AfD keine Bedenken hatte, monatelang gemeinsam mit Neonazis, rechtsradikalen Hooligans, VerschwörungstheoretikerInnen und anderen RassistInnen die KAGIDA-Kundgebungen zu besuchen; ja ihr Sprecher Manfred Mattis sogar regelmäßig als Redner dort auftrat.

Aus gegebenem Anlass haben wir hier nochmal ein paar unserer etwas älteren Hintergrundtexte zusammengestellt.

Anlässlich der Gründung der AfD haben wir bereits im Jahr 2013 ein Papier über die inhaltliche Konstitution einer rechtskonservativen Partei und ihre Verbindungen zur radikalen Rechten in Nordhessen veröffentlicht.

Wem die Burschenschaft Germania Kassel bisher kein Begriff ist, sei ein Artikel von uns ebenfalls aus dem Jahr 2013 empfohlen.

Weitere Informationen zur AfD