Über rechte Reservisten: Der Volkstrauertag in Kassel

Am „Ehrenmal“ in der Aue wird unter anderem dem „Panzerkorps Grossdeutschland“ gedacht, dessen Truppenverbände an Kriegsverbrechen in Polen und Serbien beteiligt waren

Dieses Jahr gibt es mal wieder Streit um den Volkstrauertag in Kassel. Die Reservisten der Bundeswehr in Kassel würden gerne, wie sonst jedes Jahr, am „Ehrenmal“ im Auepark der getöteten NS-Kriegsverbrecher der Wehrmacht gedenken. Das grün-geführte hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst dagegen steht militärischen Zeremonien am „Mahnmal“ skeptisch gegenüber und sieht den Ruf von Stadt und Bundeswehr in Gefahr. Wir wollen – statt uns an dem Selbstgespräch deutscher Erinnerungspolitik zu beteiligen – den diesjährigen Volkstrauertag zum Anlass nehmen, die Verflechtung der Reservistenkameradschaft in die politische Landschaft Kassels aufzuzeigen. Dabei lässt sich ein durchaus typisches Bild zeichnen: Die Schnittmenge von Militarismus und Nationalismus führt hier rechtskonservative CDU mit Faschisten aus AfD und Burschenschaften zusammen.

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Junge Alternative Kassel: Ein Angriff und Sterben für die Waffen-SS

Querdenken 20.03.2021: vlnr "Juliano", Felix Kaltschenko, Philipp Kolodziej

Querdenken Demonstration 20.03.2021: vlnr „Juliano“, Felix Kaltschenko, Philipp Kolodziej (Bild: Recherche Nord)

Recherchebeitrag über die Junge Alternative Kassel

Inhalt:
1. Rechte Enthemmung: Angriff auf der Querdenken Großdemo
2. Faschisten im alten Gewand
3. Von der Naziburschenschaft zur Jungen Alternative
4. Kader ohne Jugend
5. Personen – Outings

                                  
Vor mehr als einem Jahr berichteten wir über einen PfeffersprayAngriff auf einen Ortsversteher der Kasseler Linken bei der „Querdenken“-Großdemonstration am 20.03.2021. Nun stellt sich heraus: Die beiden Angreifer waren und sind aktive Mitglieder der Jungen Alternative, der Jugendorganisation der AfD. Ein Anlass für uns, die Überreste der Jungen Alternative in Kassel und ihre faschistischen Ausfälle näher zu beleuchten.

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Gedenkt Paula Lohagen!

Die Befreiung von Ausschwitz liegt 77 Jahre zurück. Wir erinnern an die Widerstandskämpferin und Kommunistin Paula Lohagen, die diesen 27. Januar 1945 nicht mehr miterleben konnte. Ihre Spur verliert sich mit der millionen Anderer in der Hölle von Ausschwitz nach Jahren des Widerstands, der Verfolgung und Internierung. Wir erinnern an sie als Antifaschist*innen Kassels und aus der Verantwortung, dass Auschwitz nie wieder geschehe.

Quelle: pressestelle

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Querdenken – Montagsspaziergänge und rechte Beteiligung

Fast bundesweit haben die Montagsspaziergänge der Querdenken-Bewegung es in den letzten Wochen geschafft eine neue Protestdynamik zu entfalten. In Kassel ziehen wöchentlich mittlerweile etwa 500 „Corona Rebellen“ durch die Stadt, hinzu kommen alle zwei Wochen angemeldete Aufmärsche. Die reaktionäre Stoßrichtung der Bewegung sowie die kollektive Erfahrung des vermeintlichen Widerstands aktiviert dabei auch Personen aus den verschiedenen Spektren der Kasseler Rechten. Einige Personen davon möchten wir im Folgenden kurz vorstellen.

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Update: Querdenken in Kassel

Seit einigen Wochen erfährt die bundesweite Querdenken- und Coronaleugnerszene einen erneuten Aufwind. Davon profitiert auch der Ableger in Kassel.

Die Kundgebungen der Kasseler Querdenker und Coronaleugner finden derzeit alle vierzehn Tage samstags statt. Die letzten beiden Kundgebungen, waren wieder vergleichsweise gut besucht. Am 27.11.2021 kamen etwa 300 Personen zum Kasseler Rathaus und am 11.12.2021 versammelten sich erneut etwa 250 Personen vor dem Kasseler Hauptbahnhof. Der immer freitags stattfindende Autokorso der Kasseler Querdenker war dagegen zuletzt mit ca. 20 PKW nicht außergewöhnlich groß.

Querdenken-Kundgebung am 27.11. in Kassel (Quelle: Pixelarchiv)

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Mutmaßlicher Rechtsterrorist aus Spangenberg für CDU aktiv

Wie gestern durch verschiedene Medienberichte bekannt geworden ist, sitzt ein 20-jähriger aus Spangenberg bereits seit Mitte September wegen der Vorbereitung einer „schweren staatsgefährdenden Gewalttat“ und Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz in Untersuchungshaft. Bei dem Verhafteten handelt es sich um Marvin Euhus, der mit seiner Familie in Spangenberg wohnt und eine Ausbildung zum Tischler macht. Bei der Durchsuchung fanden Ermittler:innen der Polizei nach eigenen Angaben zahlreiche Sprengkörper und ein selbstgeschriebenes, rassistisches Manifest, in welchem er einen Rassenkrieg herbeiphantasiert.

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Die Neonazi-Studenten: Burschenschaft Germania Kassel

Antifaschistische Recherchebroschüre gegen die Burschenschaft Germania Kassel

Inhalt

  1. Struktur
  2. Politisches Wirken
  3. Rechte Umtriebe
  4. Personenverzeichnis – Outings

[hier als .pdf lesen]

Die Studentenverbindung Germania Kassel ist als einzige Burschenschaft Kassels glücklicherweise allein auf weiter Flur. Dennoch ist sie wie andere Burschenschaften des Dachverbands „Deutsche Burschenschaft“ politisch in der neonazistischen und völkischen Rechten angesiedelt. Seit der letzten öffentlichen Aufmerksamkeit sind einige Jahre vergangen, daher richten wir erneut 2021 einen antifaschistischen Blick auf die Entwicklungen in der Wolfsangerstraße 98 in Kassel.

Es zeigt sich: Die Burschenschaft ist weiterhin eine Institution der rechten Szene in Kassel und verfügt über ein nicht zu unterschätzendes Potential an Aktivisten. Ihre Mitglieder waren und sind dabei häufig über die Burschenschaft hinaus in relevanten rechten Stukturen, darunter dem militanten Neonazismus, aktiv. Gleichzeitig bekleiden die sogenannten Alten Herren der Burschenschaft nach ihrer Studienzeit gesellschaftliche Positionen als Professoren, Schuldirektoren, Lehrer, Reservisten und in einem Fall sogar als stellvertretender Bürgermeister. Ein Grund mehr für uns über die Burschenschaft Germania und die neonazistischen Aktivitäten ihrer Mitglieder aufzuklären.

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Schon wieder „Querdenken“ in Kassel

Für den kommenden Samstag, den 24. Juli 2021, ist erneut eine bundesweite „Querdenken“-Demonstration in Kassel angekündigt. Auch einige Tage vor der Demonstration ist es noch schwierig, eine verlässliche Einschätzung über die Mobilisierungskraft der „Querdenker“ zu treffen.

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Freiheit für Lina! – Solidaritätserklärung

Wir erklären uns erneut mit der inhaftierten Antifaschistin Lina solidarisch, die seit November 2020 in Untersuchungshaft in der JVA Chemnitz sitzt. Ihr und Anderen wird vorgeworfen, den Eisenacher Neonazi Leon Ringl überfallen und verletzt zu haben. Weiterhin soll die Gruppe für einen Überfall mit Schlagstöcken und Reizgas auf Ringls Neonazikneipe „Bulls Eye“ verantwortlich sein.

 

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Das war der 20. März in Kassel

Der Großaufmarsch der Querdenker*innen in Kassel am 20. März war bundesweit in der Presse und hat für zahlreiche Skandale gesorgt. Warum sich der Aufmarsch überhaupt in dieser Art und Weise vollziehen konnte, warum die paar eingesetzten Bullen mit großer Brutalität gegen Blockierer*innen vorgegangen sind, darüber wird auch in den kommenden Wochen noch viel diskutiert werden. Wir wollen mit einer kurzen Einschätzung über die Beteiligung des rechten Spektrums beim Aufmarsch am 20. März in Kassel dazu beitragen, die Geschehnisse aus antifaschistischer Perspektive bewerten zu können.

Die Kasseler AfD auf der Querdenken Demonstration am 20.03.2021. Im Vordergrund von links nach rechts: Gerhard Schenk, Michael Moses-Meil, Sven Dreyer (mit Schild)

Die Kasseler AfD auf der Querdenken Demonstration am 20.03.2021. Im Vordergrund von links nach rechts: Gerhard Schenk, Michael Moses-Meil, Sven Dreyer (mit Schild)

Der folgende Beitrag wird laufend ergänzt. Stand: 18. April

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„Freie Bürger Kassel“ planen Großdemonstration am 20.03.2021

Die „Freien Bürger Kassel“, hervorgegangen aus „Querdenken561“, planen derzeit eine Großdemonstration am 20.03.2021 in Kassel. Unter dem Motto „Frühlingserwachen – die Welt steht auf“ wird in einem Anflug von Größenwahn angekündigt, Kassel werde an diesem Tag zum Zentrum einer „weltweiten Mega-Demo“. Dazu werden in einem eigenen Telegram-Channel mit aktuell 13.000 Mitgliedern weitere Demonstrationen und Kundgebungen in angeblich mehr als 30 Ländern beworben. Auch wenn hinter den Ankündigen von Versammlungen in den meisten Ländern keine Strukturen stehen, muss gegenwärtig doch damit gerechnet werden, dass Kassel am 20.03 zumindest zu einem Schauplatz der deutschlandweiten „Querdenken“-Bewegung wird.

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Aufdecken! Broschüre gegen die AfD Kassel

Broschüre gegen die Alternative für Deutschland im Kasseler Kommunalwahlkampf 2021

[hier als .pdf lesen]

  1. AfD Kassel – Die Stephan Ernst Partei
  2. Die Junge Alternative in Kassel
  3. Ein Neonazi auf der Wahlliste
  4. AfD Funktionäre Kassel Stadt
  5. AfD Funktionäre Kassel Land
  6. Wahllisten

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AfD Kreis Kassel stellt militanten Neonazi zur Wahl auf

Die lokale Kasseler Antifa Gruppe informiert, dass die „Alternative für Deutschland“ Kreis Kassel zur Kommunalwahl im März 2021 den langjährigen Kameradschafts-Neonazi Christian Wenzel, Weggefährte von Stephan Ernst, aufstellt.

Christian Wenzel heute

Christian Wenzel heute

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Die „Querdenken“-Bewegung in Kassel – Ein Rückblick auf 2020

Seit unserer ersten Einschätzung zu den „Hygiene Demos“ in Kassel hat sich viel getan: die „Querdenken“-Bewegung konnte sich bundesweit etablieren und Großdemonstrationen wie in Berlin und Leipzig haben ihre Gefährlichkeit auch auf der Straße bestätigt. Sie ist zum Sammelbecken und Aktionsfeld der extremen Rechten geworden – Hooligans, „Neue Rechte“ und Neonazis konnten in ihrem Schutz und mit der Zustimmung des mobilisierten Volkes zeitweise weitgehend ungehindert in Aktion treten.

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Jahresbericht 2019

Nach längerer Pause ist unser Jahresbericht rechter Aktivitäten in Kassel und Umgebung für das Jahr 2019 erschienen und kann ab jetzt hier als PDF angesehen und heruntergeladen werden. Link zum pdf

Nachtrag Januar 2022: Der vorig im Artikel „Die AfD in Kassel“ geführte Lothar J. ist nach eigenen Angaben nicht mehr Mitarbeiter der Marbachshöhe und steht ebenfalls nach eigenen Angaben der AfD nicht nahe. Michael Groth betreibt die Gaststätte Marbachshöhe in Eigenregie.