Infoveranstaltung: Burschentag in Eisenach

eisenach

Die Deutsche Burschenschaft zerlegt sich selbst. Der einst bedeutendste studentische Korporationsverband ist nicht mehr das, was er einmal war. Doch eines ist geblieben: Sowohl die Mitgliedsbünde der Deutsche Burschenschaft als auch die angeblich ,liberalen Bünde‘, welche die DB in den letzten Monaten und Jahren verlassen haben und darüber hinaus alle deutschen und österreichischen Studentenverbindungen sind elitäre Männerbünde.

Das heißt: Um von der Macht des Bundes zu profitieren, gilt es, Individualität und eigene Bedürfnisse hinter die Gemeinschaft zurückzustellen und sich einer knallharten Hierarchie unterzuordnen. Die dafür notwendige Härte gegen sich selbst wird in Männlichkeitsritualen wie etwa der Mensur eingeübt. Wer vermeintlich natürlicherweise nicht dazu geeignet ist – in der männerbündischen Weltsicht sind dies Frauen und Schwule – kann auch nicht führen, somit die Nation nicht formen und sich nicht in der kapitalistischen Konkurrenz durchsetzen. Übrig bleibt eine reine Männergesellschaft, in der jede Homoerotik klar abgewehrt werden muss und Weiblichkeit eindeutig mit Passivität zusammengedacht wird. Selbst wenn sich die Bundesbrüder bierselig in den Armen liegen und sich ihre Liebe schwören, sind sie sich einig, dass dies nicht im Geringsten etwas mit Zärtlichkeit zwischen Männern zu tun hat. Dementsprechend muss Homosexualität gesellschaftlich verächtlich gemacht werden: Dieser Männerbund ist immer homophob!

Ähnlich wie andere Männerbünde halten Studentenverbindungen Frauen aktiv aus Posten in Wirtschaft und Politik fern. All jenen, die noch immer von der Existenz liberaler Verbindungen ausgehen, sei gesagt, dass Frauen nicht nur keine Chance haben, von den elitären Seilschaften zu profitieren, sondern diese darüber hinaus auch aktiv gegen Frauen in Führungspositionen vorgehen. Das Gleichheitsversprechen der Aufklärung, das heute zumindest auf dem Feld der kapitalistischen Konkurrenz Frauen mehr und mehr miteinbezieht, wird von Studentenverbindungen grundsätzlich unterlaufen! Ihnen „nur“ Frauenfeindlichkeit vorzuwerfen, wie es Kritiker_innen so oft tun, greift jedoch zu kurz. Die passende Ehefrau zum Lebensbund ist ebenso hochgeschätzt wie die „Dame“ auf dem Haus – doch daneben pflegen Verbindungsstudenten einen ausgiebigen Sexismus, der sich auch bei anderen Männerbünden feststellen lässt. Bei Burschenschaften kommt hinzu, dass sie sich als völkische Nationalisten immer wieder einmischen, wenn es um Abtreibung geht: Dies zeigt ihrem Antifeminismus deutlich!

Männerbünde sind für uns keine harmlose Freundschaftsclique: Die Heroisierung von Männlichkeit, Homophobie, völkischen Nationalismus, Sexismus und Antifeminismus sind in den Burschenschaften gang und gäbe. Das finden wir nach wie vor zum Kotzen! Während öffentlich andere Geschlechterrollen, neue Entwürfe von Familie und die homosexuelle Ehe zumindest möglich sind, veranschaulichen Burschen, worauf die deutsche Gesellschaft noch immer ideologisch und historisch aufbaut: Auf einem patriarchalen Prinzip und völkischem Verständnis von Nation. Nichts ist liberal am Männerbund!

Gegen alle Männerbünde!

Für feministische Gesellschaftskritik statt Männerklüngelei!

Kommt zur Demo gegen den Burschentag in Eisenach am 14. Juni 2014, 15 Uhr HBf

Mobi- und Infoveranstaltung am 12.06. um 19:30 Uhr im Café DesAStA auf dem Campus (Holländischer Platz)